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Dem inneren Richter neu begegnen

21. Aug.
2 Min. Lesezeit

Eine Frau begegnet ihrem inneren Richter achtsam und entwickelt einen verständnisvolleren Umgang mit ihrer kritischen Stimme.

Du musst Deinen inneren Richter nicht bekämpfen

Was wäre, wenn Du Deiner inneren Kritik nicht länger alles glauben müsstest?


Viele Menschen wünschen sich, ihren inneren Richter endlich zum Schweigen zu bringen. Sie ärgern sich über ihre Gedanken und reagieren darauf mit noch mehr Härte:

„Jetzt hör endlich auf, so negativ zu sein!“


Doch damit entsteht oft nur ein neuer innerer Kampf.

Ein anderer Weg beginnt damit, Abstand zu schaffen.


Du bist nicht Deine innere Stimme

Statt zu denken:

„Ich bin nicht gut genug“,

könntest Du wahrnehmen:

„Mein innerer Richter sagt gerade, dass ich nicht gut genug bin.“


Dieser Unterschied wirkt zunächst klein. Doch er macht sichtbar: Diese Stimme ist ein Anteil in Dir – nicht die ganze Wahrheit über Dich.


Du kannst anschließend fragen:

  • Wann wird diese Stimme besonders laut?

  • Wovor möchte sie mich schützen?

  • Was befürchtet sie, wenn ich nicht auf sie höre?

  • Was brauche ich gerade wirklich?

Häufig glaubt der innere Richter, uns durch Druck vor Fehlern, Ablehnung oder Enttäuschung bewahren zu müssen. Seine Absicht kann schützend sein – auch wenn seine Worte verletzend sind.

Was würde Dein gesundes erwachsenes Ich sagen?

Dem inneren Richter steht in der Schematherapie das gesunde erwachsene Ich gegenüber. Dieser Anteil redet nicht alles schön. Er kann Fehler erkennen, Verantwortung übernehmen und Grenzen setzen – aber respektvoll und mitfühlend.

Er könnte sagen:

„Das ist nicht so gelaufen, wie Du es Dir gewünscht hast. Trotzdem bist Du nicht falsch.“

„Du darfst aus einem Fehler lernen, ohne Dich abzuwerten.“

„Du musst nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein.“

Auch dem inneren Richter darfst Du eine Grenze setzen:

„Ich verstehe, dass Du mich schützen möchtest. Aber Deine Härte verletzt mich. Du darfst mich aufmerksam machen, ohne mich abzuwerten.“

Solche Muster verschwinden nicht von heute auf morgen. Sie sind häufig über viele Jahre entstanden. Veränderung beginnt deshalb immer wieder in kleinen Momenten – dort, wo Du bemerkst, wie Du mit Dir sprichst, und Dich bewusst für einen anderen Ton entscheidest.

Vielleicht hilft Dir dabei diese Frage:

Wenn mein innerer Richter heute nicht das letzte Wort hätte – was würde ich mir stattdessen sagen? Herzlichst Steffi offen gesprochen. - Raum für Klarheit

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