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Antreiben oder abwerten? Die zwei Seiten des inneren Richters

7. Aug.
2 Min. Lesezeit
Überforderte Frau oder Mann sitzt vor einer Aufgabenliste und spürt den Druck ihres fordernden und strafenden inneren Richters.

„Du musst mehr leisten.“ „Du darfst keine Schwäche zeigen.“ „Mit Dir stimmt etwas nicht.“

Der innere Richter spricht nicht bei allen Menschen auf dieselbe Weise. Manchmal treibt er uns an. Manchmal bestraft und beschämt er uns.

In der Schematherapie lassen sich besonders zwei Formen unterscheiden: der fordernde und der strafende Richter.

Der fordernde Richter

Der fordernde Richter setzt uns unter Druck:

„Es muss perfekt sein.“„Du darfst Dich erst ausruhen, wenn alles erledigt ist.“„Das reicht noch nicht.“

Menschen mit einem starken fordernden Richter wirken nach außen häufig diszipliniert, zuverlässig und leistungsbereit. Innerlich entsteht jedoch schnell das Gefühl, niemals wirklich fertig oder gut genug zu sein.

Selbst auf einen Erfolg folgt nicht unbedingt Zufriedenheit. Stattdessen richtet sich der Blick bereits auf das nächste Ziel, die nächste Aufgabe oder das, was noch besser hätte laufen können.

Pausen fühlen sich dann falsch an. Fehler werden bedrohlich. Und die eigenen Bedürfnisse stehen immer wieder hinten an.

Der strafende Richter

Der strafende Richter bewertet nicht nur unser Verhalten. Er greift unseren Wert als Person an:

„Du bist unfähig.“ „Kein Wunder, dass Dich niemand wirklich will.“ „Du hast es nicht anders verdient.“

Seine Worte können tiefe Scham, Schuld und das Gefühl auslösen, grundsätzlich nicht richtig zu sein.

Genau hier liegt ein wichtiger Unterschied:

Eine hilfreiche innere Stimme kann sagen: „Das war nicht in Ordnung. Wie kannst Du es beim nächsten Mal anders machen?“

Der strafende Richter sagt dagegen:„Du bist nicht in Ordnung.“

Wie spricht Deine innere Stimme mit Dir?

Innere Kritik muss nicht grundsätzlich schlecht sein. Sie kann uns helfen, Verantwortung zu übernehmen und unser Verhalten zu überdenken.

Entscheidend ist ihre Haltung:

  • Hilft sie Dir, etwas zu verändern?

  • Oder macht sie Dich klein?

  • Bezieht sie sich auf eine konkrete Situation?

  • Oder stellt sie Deinen gesamten Wert infrage?

  • Spricht sie respektvoll mit Dir?

  • Oder arbeitet sie mit Angst, Druck und Scham?

Vielleicht fragst Du Dich einmal:

Würde ich so auch mit einem Menschen sprechen, den ich liebe?

Herzlichst

Steffi offen gesprochen. - Raum für Klarheit

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