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Der innere Richter – wenn die strengste Stimme in uns selbst sitzt

31. Juli
2 Min. Lesezeit
Nachdenkliche Frau blickt in einen Spiegel und setzt sich mit der kritischen Stimme ihres inneren Richters auseinander.

„Das hättest Du besser machen müssen.“ „Andere schaffen das doch auch.“ „Du bist einfach nicht gut genug.“

Vielleicht kennst Du diese Sätze.

Manchmal tauchen sie nach einem Fehler auf. Manchmal beim Blick in den Spiegel, in einem Konflikt oder genau dann, wenn wir eigentlich Unterstützung bräuchten. Und manchmal sind sie so selbstverständlich geworden, dass wir gar nicht mehr bemerken, wie hart wir innerlich mit uns sprechen.

Woher kommt diese Stimme?

In der Schematherapie wird diese kritische Stimme als innerer Richter bezeichnet. Gitta Jacob beschreibt ihn als einen verinnerlichten Anteil, der uns antreibt, kritisiert oder abwertet.

Seine Sätze haben häufig eine Geschichte.

Vielleicht wurde in Deiner Kindheit viel von Dir erwartet. Vielleicht hast Du Anerkennung besonders dann erfahren, wenn Du Dich angepasst, Leistung erbracht oder keine Schwierigkeiten gemacht hast. Vielleicht wurden Gefühle wenig ernst genommen oder Fehler streng bewertet.

Dabei müssen solche Botschaften nicht immer offen ausgesprochen worden sein. Kinder nehmen auch Zwischentöne wahr:

  • Stell Dich nicht so an.

  • Sei vernünftig.

  • Enttäusche uns nicht.

  • Mach keine Umstände.

  • Streng Dich mehr an.

Was wir häufig hören oder erleben, kann irgendwann zu einer inneren Stimme werden. Dann braucht es niemanden mehr von außen, der uns kritisiert – wir übernehmen diese Aufgabe selbst.

Eine alte Stimme, nicht die ganze Wahrheit

Der innere Richter trägt häufig alte Erwartungen, Bewertungen und Regeln in sich. Er klingt vertraut und deshalb oft besonders glaubwürdig.

Doch nur weil ein Gedanke vertraut ist, muss er noch lange nicht wahr sein.

Der Satz „Ich bin nicht gut genug“ ist keine objektive Beschreibung Deiner Person. Er kann Ausdruck einer alten Erfahrung sein – und eines Anteils, der bis heute versucht, Dich vor Fehlern, Ablehnung oder Enttäuschung zu schützen.

Der erste Schritt besteht deshalb nicht darin, diese Stimme sofort loszuwerden. Es geht zunächst darum, sie zu erkennen.

Du könntest Dich fragen:

Wann wird mein innerer Richter besonders laut? Und wessen Erwartungen höre ich möglicherweise in seinen Worten?

Denn Dein innerer Richter ist ein Teil Deiner Geschichte.

Aber er ist nicht alles, was Du bist. Herzlichst Steffi

offen gesprochen. – Raum für Klarheit

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